Anton Knoflach’s Tagebuch die Ereignisse in Innsbruck im Jahre Neun

Anton Knoflach’s Tagebuch die Ereignisse in Innsbruck im Jahre Neun

Den 19. September. Ich stehe als Ordonnanz beim Herrn Vater. Er speist mit 10 andern im kleinen Saale, wo die franz Offiziers speisten. An die Wand lie er ein Crucifix und ein Marienbild h Das Tischtuch war beschmutzt; der Tisch mit Weinflaschen ganz bedeckt. Gester sollen die Herren in der Burg besonders wohlgemuth gewesen seyn; sie sangen sogar das Lied: Die liebe Feyerstunde schl Halb 9 Uhr abends. Der Ordonnanzdienst war ziemlich stark; kaum hatte ich Zeit zum Essen. Oft mu ich heimlich lachen, so sonderbare Gruppen sah Parajumpers Long Bear ich. Einmal sa der Herr Vater mit 5 vertrauten Bauern und dem Purtscher an einem Tische voll Schriften; der eine pfiff, der andre schmauchte, ein dritter streckte g die Arme auseinander; einer lie sich durch nichts st und las aus einem geistlichen Buche. Das Wasser aus der Flasche in ein Glas zu gie ist ihnen zu viel M sie setzen den Hals der Flasche an den Mund. dr sich alles an den Sandwirth. Mich wunderts, da er nicht schon verr wurde; auf so verschiedene Gegenst soll er Bescheid geben.

Den 20. September. Als ich gester sp in die Hofburg kam, war der Sandwirth mit seinen Leuten im Rosenkranz Bethen begriffen; das Gebeth wollte kein Ende nehmen. Das Gespr beim Abendessen war immer von Geistern, Hexen, u. d. g. Nach der Tafel tranken einige fort, andere spielten. Der Sandwirth mit drey andern sang ein Tiroler Lied; er machte den Vors Um 11 Uhr gieng alles auseinander.

Schon halb 6 Uhr fr kam der Sandwirth ohne Schuhe und Str in das Ordonnanzzimmer; er sprach einige Minuten mit mir. Jemand warnte mich, ja auf meiner Hut zu seyn, da ich verd sey und man mich sehr beobachte. Ich bin ohne alle Sorge.

Heute abends kamen K von den Alpen zur Die meisten lie der Sandwirth durch die Hofgasse treiben, damit er sie sehen konnte. Er gieng, so lang der Zug dauerte, keinen Schritt von der Altane und sah sehr vergn auf das Vieh. Die meisten K hatten sch gro B von Blumen auf den K eine trug kleine Fig wie ein Bauernbursche einem Fr die Haarlocken abschnitt. Der Herr Vater rief lachend von der Altane herab: wie einer an Freiln die Hoor oschneidt!“

Den 22. September. Gestern arbeiteten im Berge bei Wiltau 200 Bauern an Verschanzungen. Der Landrichter Gra von Mittersill kehrt morgen nach Hause zur Der Sandwirth empfieng ihn heut sehr freundlich und bath ihn um Verzeihung.

Den 24. September. Es geht das Ger der Waffenstillstand sey auf 2 Monate verl Das w fatal!

Ich sehe Menschen, die sich dadurch sicher zu stellen suchen, da sie die jetzige Zeit loben, K Gelehrsamkeit, etc. schimpfen, zu den Vor Gelobt sey Jesus Christus! sagen u. d. g. Menschen, die sich sonst zu den sehr gebildeten z

Den 25. September. Es ist eine schreckliche Geldnot. Einige Beamte mu schon das letzte Bett versetzen oder verkaufen. Auf ihre Bitten um Besoldung werden sie zur Hoffnung auf Gott verwiesen und sich zu helfen, wie sie k also zum Stehlen? Es ist gro Gl wenn nicht mancher Hungers stirbt.

Den 26. September. Unsere Bauern sollen den Baiern den Pa Strub mit betr Verlust abgenommen haben. Der Pater Rothbart und der Hauptmann Harra spielen da unten die Hauptrollen. Morgen werden f den Grafen Sarnthein die Exequien gehalten.

Den 28. September. Heute wurden bey 300 beym Pa Strub gefangene Baiern, meistens vom Leibregiment, hier eingebracht; morgen sollen eben so viele nebst Offizieren folgen.

Den 29. September. Obwohl es stark regnet, kamen doch die Steinacher in einem zahlreichen Bittg in die hiesige Pfarrkirche.

Bey Strub sollen die Baiern von unsern Bauern und das ganze Leibregiment teils gefangen, teils versprengt worden seyn. Unter den gefangenen Offizieren, die heut ankamen, war ein Hauptmann, der sich auf dem Transport der in Tirol ver Grausamkeiten ger haben soll. Diesen lie als die Gefangenen auf dem Rennplatze aufgestellt wurden, unser Oberkommandant vortreten und er hielt an ihn vom Balkon folgende Anrede: du der Lump, der Spitzbub, der Galgenklachel, der Mordbrenner? mu man so mit uns armen Bauern umgehn, da wir euch so gut behandeln?“ Zu den Gemeinen, die seine Heftigkeit erschrocken waren, sagte er: habt euch nicht zu f und werdet es bey uns besser haben als bey euerm K Aber du, du Lump (wieder zum Hauptmann) packe dich aus meinen Augen! F ihn sogleich in den schwersten Kerker. In drey Tagen wirst du schon dein Schicksal erfahren.“ Er wurde hierauf in das Zuchthaus gebracht.

Den 30. September. Gester abends lamen die Deputirten Eisenstecken, Sieberer etc. auf Umwegen zur sie haben das k. k. Hauptquartier den 13. d. M. verlassen. Nach ihrer Aussage gehen morgen, den 1. Oktober, die Feindseligkeiten wieder an. Ru ist aber neutral. Der Kaiser schickte 2 Tiroler nach London, um etwas f die verungl Tiroler zu erwirken.

In das Land brachten sie 3000 Dukaten mit und f den Sandwirt nebst einem Belobungsschreiben eine gro goldene Medaille mit einer 50 schweren Kette und Verleihung eines adeligen Rittersitzes in Ungarn. Adel brauch ich nicht“, sagte er bey Durchlesung dieser letzteren.

Den 1. Canada Goose Sale Oktober. Der Pater Rothbart, ein V (?) des Sandwirths, Kommandant im Pinzgau, tr wie man manchmal den hl. Anton von Padua malt, einen dreygest Hut, eine Scherpe die Schultern, Stiefel und Sporne. Er war immer voran, soll aber nun vermisset werden.

Den 2. Oktober. Es erscheint ein Patent, dessen Verfasser der junge Hr. v. Giovanelli ist, die n Organisierung der administrierenden Landesstelle. Die Vertheidigungsgesch beh der Oberkommandant sich allein vor.

Den 4. Oktober morgens. Viel Gl und Heil dir zum Nahmenstag, lieber Kaiser Franz! Das vorige Jahr feyertest du ihn in deiner Residenz, wo nun deine Feinde Moncler Jacke Damen ihr Wesen treiben; die Jahr sitzest du tr Blickes in einem elenden sumpfigen Winkel Hungarns! Und doch m ich lieber du als Napoleon seyn! Abends. Vor Mittag war Te Deum und solennes Hochamt in der Hofkirche, vom Pr zu Wiltau gehalten, der auch die goldene Kette und Medaille weihte und dem Sandwirth umh Der Exjesuit P. Tschidrer predigte. Nicht die Kugeln, sagte er, die Bethengrallen haben die Feinde hinausgejagt. Von den D kamen gleichgekleidete Bauernburschen mit Stutzen, die das Fest sehr verherrlichten. Der Sandwirth, in seiner Festtagsjoppe, war voll Andacht; auf dem Hut trug er ein kleines, mit Blumen eingefa Gem Beim Herausgehen aus der Kirche wurde er beynahe erdr Auch alle Beamten wohnten in Galla der Feierlichkeit bey.

Halb 10 Uhr abends. Im Theater wurde zum Besten der F von Iffland mit Beyfall gegeben. Es kamen viele Beziehungen auf K. Franz vor, die mit lautem Klatschen aufgenommen wurden. Auch der Sandwirth war da Moncler Jacke und das Haus gedr voll.

Den 6. Oktober. Alles spricht von Frieden; doch Niemand wei wem wir angeh Da doch die Friedensnachricht sich best

Den 9. Oktober. Di Pauli schrieb mir: nun geschlossenem Frieden hoffe ich Sie Parajumpers Long Bear Verkauf bald wieder zu sehen, denn ich kann nichts anderes erwarten, als da meine Landsleute sich nun freywillig zum Ziele legen werden.“ Edler Mann! m was du erwartest, in Erf gehn; doch ich f noch gr Auftritte. Also Frieden und wir wieder bairisch! M die Erfahrung die Baiern kl gemacht haben. Mir ist sonderbar zu Muthe! Napoleon wird nach M kommen; was da f ein Zusammenflu von Gaffern seyn wird! M ihn doch auch sehen.

Auf dem Platze werden heut unter anderm Billig Parajumpers Long Bear Kanonenkugeln verkauft, die am Berg Isel ausgegraben wurden; sie sollen guten Absatz finden.

Den 10. Oktober. Nach einem so verheerenden Kriege sollte man sich wahrlich des Friedens freuen; doch weh dem, der diese Freude nun bey uns Gester wurden zwey Personen arretiert, weil sie sagten, es sey bestimmt Friede.

Den 11. Oktober. Es wird publicirt, alle Waffen seyen in die Hofburg einzuliefern. An alle Gerichte ergieng das Aufgeboth, die bereits organisirten Kompagnien ausr zu lassen. Der Sandwirth sagte heute, er wette seines Kopf, da nicht Friede sey; vielmehr seyen schon im Anzuge. Er lie in allen Gemeinden publiziren, sie sollten ja den Friedensger nicht trauen; sie seyen nur von den Baiern ausgestreut, um die Landesvertheidiger von den Grenzen wegzubringen. Arme Landsleute, wie lange wird man euch noch bey der Nase herumf Vermutlich ert in wenig Tagen wieder die Sturmglocke. Die ganze Welt frohlockt den Frieden, nur wir nicht; nur wir werden noch die Greuel des Krieges sehen!

Den 12. Oktober. Der Sandwirth, seine Adjutanten und andere Anf haben zusammen geschworen, sich nicht zu ergeben, noch zum Ziele zu legen, sondern nicht zu siegen (da das unm sey, sehen sie ein) im Feinde zu morden und zu sterben! Alles ist aufgebothen, auf den ersten Wink aufzustehen. Der Sturm der umliegenden Gegend ist angewiesen, sich in der Stadt zu sammeln und da die weitern Befehle zu erwarten. Wahrscheinlich werden dann auch Parajumpers Damen Verkauf wir St mitgeschleppt. Die Grundbesitzer erhielten Befehl, das T und Stroh vom Felde hereinzuschaffen, damit der Feind sich nicht dahinter verbergen k Halb 10 Uhr abends. Seit heute Mittag ist die Stadt voll vom Ger da Tirol, Vorarlberg und Salzburg dem Erzh. Ferdinand zufalle. Der alte Herr v. Giovanelli schrieb seinem Sohne, der Deputirte Nessing habe die Nachricht unmittelbar vom Kaiser gebracht. Sie hat viel wahrscheinliches; ich w es, aber glaub‘ es nicht.

Den 14. Oktober. Die Ger wechseln und durchkreuzen sich von Stunde zu Stunde. Herr v. Roschmann soll, als Civil und Kriegs Kommiss vom Kaiser geschickt, schon im Lande seyn.

Den 18. Oktober. Im Ober und Unterinnthal soll der Landsturm aufgebothen seyn, sich bereit zu halten. Die kommenden drey Tage Parajumpers Long Bear hat der Bischof von Brixen auf Ersuchen des Sandwirths als Beth und Fasttage erkl

Den 19. Oktober. In der Stadt ist alles in Bewegung. Gen. Wrede soll schon bis Rattenberg vorgedrungen seyn. Die verflossene Nacht kamen aus Unterinnthal schon viele Fuhren von Fl und noch immer treffen deren ein. Auch sollen die Baiern wieder gebrannt haben. Die Gefangenen, so zu Hall lagen, wurden hierher gebracht. ist der Landsturm aufgebothen.

Abends. Von allen Seiten str der Landsturm zusammen. Es ist wirklich r die armen Bauern auf den ersten Wink Haus und Familie verlassen und dem Feinde entgegen eilen zu sehen. Von Hall kamen heut schon viele Fl mit Weibern, Kindern, Hornvieh, etc. Die Baiern sollen schon in Rattenbcrg seyn. Ich bin ohne Furcht, aber habe Erbarmen mit meinen Landsleuten.

Den 20. Oktober. Unausgesetzt ziehen St jauchzend durch die Stadt. Ich erfuhr bestimmt, da die Baiern, 8 10,000 Mann stark, bis Rattenberg vorger sind. Die Bauern liefen gr davon; nur die Schanzen an der Zillerbr sind noch von ihnen besetzt. H die Baiern gester noch vorr wollen, sie w ohne Verlust nach Innsbruck gekommen. Nun wird es sie schon mehr kosten.