Die große Angst vor der Homosexualität im Fußballstadion

Die große Angst vor der Homosexualität im Fußballstadion

Akzeptanz und Toleranz gegenüber Homosexuellen schreiten in unserer Gesellschaft immer weiter voran. Schon seit langer Zeit kämpfen Schwule und Lesben für die Gleichberechtigung und die Voraussetzungen, ein ganz normales Leben zu führen, das sie nicht aufgrund ihrer sexuellen Orientierung benachteiligt. Doch im Kampf gegen die Homophobie gibt es, wie im BilligMoncler Sale alten römischen Reich unter Caesar, noch einen Bereich, ein letztes kleines Dörfchen, das von Aufständischen und Widersachern geprägt ist: Nicht Gallien, sondern der Sport und vor allem der Fußball ist eine der letzten Hochburgen von Schwulenfeindlichkeit und einer gelebten machohaften Männlichkeit. Stigmatisierung, Diskriminierung und Verleumdung sind im deutschen Profi Fußball an der Tagesordnung. Doch lässt sich allein anhand eines kleinen Gedankenexperiments zeigen, dass das aktuelle Bild im Profifußball nicht der tatsächlichen Wirklichkeit entsprechen kann: Geht man davon aus, dass Einer von elf Profis schwul ist, die Zahl kann auch geringfügig höher oder tiefer sein, dann gibt es in Deutschland mit 36 Bundesligavereinen und einem Kader von rund 30 Mann rund 90 schwule Fußballspieler. Doch kein Einziger hat sich geoutet und steht öffentlich zu seiner Homosexualität. Wie kann es sein, dass Fußball zur homosexuellen Sperrzone erklärt wird und wie sehen die Chancen für die Zukunft aus, schwulen Fußballern ein erträgliches Coming Out zu ermöglichen? SCHWULISSIMO beschäftigt sich unter anderem mit dem Alltagsleben eines homosexuellen Fußballers, der großen Angst vor dem schwulen Kollegen in der Mannschaft sowie den vereinzelten positiven Lichtblicken im internationalen Profi Fußball.

Das Bild von einem Mann gleicht dem Abbild der griechischen Götter auf dem Olymp, die als großartige Athleten im Wettkampf friedlich miteinander ihre Kräfte messen. Der Sport ist eines der letzten Bereiche, wo das gesellschaftliche Bild des Mannes noch nicht aus den Fugen geraten zu sein scheint. Heroisch, stark, kämpferisch und vor allem nicht schwul. Fußball ist ein Männersport und auch Frauen haben es wesentlich schwerer als ihre männlichen Kollegen. Wenn man sich den Stellenwert des deutschen hochklassigen Frauenfußballs ansieht, wird die Domäne des heterosexuellen Mannes eindeutig klar. Fußball spielen Männer und am besten nur Heterosexuelle. Nicht zuletzt durch den Selbstmord von Torwart Robert Enke, der unter psychischen Krankheiten litt und sich letztendlich das Leben nahm, wurde wieder deutlich, dass der Fußball aus harten und geradezu perfekten Männern bestehen soll. Depressionen und seelische Krankheiten passen genauso wenig wie das Schwulsein in das Bild eines männlichen Fußballers. Robert Enke ließ Frau und Kind zurück und sein Tod wirft erneut einen Schatten auf die Situation in der deutschen Bundesliga.

Das Wort schwul“ scheint im alltäglichen Sprachgebrauch absolut Gang und Gäbe geworden zu sein allerdings weit abseits von einer positiven Intention. Schwul“ ist ein Begriff, der als Synonym für etwas Negatives oder sogar für das Wort Scheiße“ verwendet wird. Verschießt ein Team Kollege den Eckball so sehr, dass die Mitspieler im Strafraum vor dem Tor nicht an den Ball kommen, gibt es Belustigungen und nicht selten Vergleiche wie das war aber schwul“ oder du schießt wie ’ne Schwuchtel“. Der Ton ist rau und die größtmögliche Beleidung für einen Fußballer ist die Homosexualität. Diskriminierende Wortschlachten findet man um 15:30 Uhr am Samstagnachmittag in deutschen Fußball Stadien: Der Gegner und der Schiedsrichter, die Lieblingsopfer der Fan Gesänge, werden ausgepfiffen und versucht mit eingebürgerten Fan Parolen einzuschüchtern. Nicht selten habe ich als Fan im Stadion aufgehört mitzusingen, denn Beleidigungen, wie schwule Sau“, sind geradezu Standard geworden und gehören zum guten Ton in der letzten Bastion Männerfußball. Witze und Beleidigungen über Schwule sind gern gesehen, da dadurch latent ein Zertifikat ausgestellt wird, dass derjenige, der homophobe Aussagen macht, auf keinen Fall homosexuell sein kann.

Dabei ist der gesamte Parajumpers Long Bear Billig Fußball voll von homoerotischen Momenten zwischen den Spielern. Nach dem Torjubel fallen sich erwachsene Männer in die Arme, streicheln sich, geben sich zärtlich Küsse und nicht selten gibt es einen Klaps auf den Po oder ein Griff unter die Gürtellinie. Alles erlaubt, da es die ungeschriebene Regel gibt, dass jeder der auf dem Platz steht heterosexuell sein sollte und im Bett natürlich nur auf seine hübsche Spielerfrau steht. Die Gemeinschaftsdusche ist ein weiterer Ort homoerotischer Szenen, wenn mindestens elf Spieler ihre verschwitzten Körper waschen und Mann neben Mann steht. Nicht auszudenken, wenn unter ihnen ein Schwuler wäre. Der heterosexuelle Mann reagiert mit hoher Wahrscheinlichkeit mit der Aussage, der soll mich bloß nicht versuchen anzumachen“, auf die Frage, wie er mit Homosexuellen umgeht oder umgehen würde (sollte er eines dieser seltenen Exemplare mal in freier Wildbahn antreffen). Ein weitverbreitetes Bild in den Köpfen der Männer scheint ein dauergeiler, weibischer Typ zu sein, der jede Chance nutzen wird, um den armen heterosexuellen Mann in sein Boot zu zerren und aufs andere Ufer hinaus zu fahren. Von anderen als schwul verschrien zu werden gleicht einem riesigen Imageschaden und dem Verlust des Respekts der Mitspieler.

Ein weiteres Experiment zeigt den Alltag eines Fußballspielers auf bizarre Weise: Google den Namen eines x beliebigen Fußballspielers mit den Worten ist schwul“ und du wirst unzählige Artikel oder Forenbeiträge finden. Gerade die Jungs unserer deutschen Nationalmannschaft können da ein Lied von singen. Ob Lahm, Schweinsteiger oder der gesamte Trainerstab um Jogi Löw, alle werden als schwul bezichtigt. Im Internet wird die homo freie Zone Fußball zu einem großen Stammtisch, an dem jeder auf jeden mit dem Finger zeigt und Beschuldigungen verbreitet. Der Wissensdurst und die Gier das vermeintliche schwarze Schaf aufzudecken scheint riesig. Die Leistung das Versteckspiel aufrecht zu halten und die Tortur, die ein homosexueller Fußballer im alltäglichen Fußball Alltag ertragen muss, kann man wohl schwer nachempfinden. Der Druck, dem angepassten Bild des Mannes im Profi Sport zu entsprechen, muss enorm sein. Ein Doppelleben ist Alltag: Nach außen eine Ehe mit Frau und Kind, nach innen hingegen eine heimliche Affäre zu einem Mann. Ein Bild aufrecht erhalten, dem man nicht selbst gerecht wird, eine Rolle spielen, die man nicht verkörpert und zu schweigen, an einem Punkt, an dem man am liebsten in die Welt hinausrufen würde: Ja, ich bin schwul, na und?“. Qualitäten auf dem Fußballplatz scheinen in den Hintergrund zu rücken, wenn die sexuelle Orientierung nicht so ist, wie es erwünscht ist.

Die grosse Angst vor dem schwulen Teamkollegen in der Kabine

Die Recherche über aktive homosexuelle Profifußballer fällt spärlich aus. In Deutschland gibt es keinen Einzigen und auch international ist Homosexualität vergleichsweise zu anderen Bereichen der Gesellschaft nicht existent. Und die Fälle, die bekannt sind, haben allesamt eine negative Konsequenz für den Spieler gehabt. Schaut man auf das aktuellste Beispiel, auf den 20 jährigen Anton Hysn, wird schnell klar, dass sein zukünftiger Karriereweg ein sehr steiniger werden wird.

Denn zum ersten Parajumpers Long Bear Mal seit über 20 Jahren hat sich im europäischen Fußball ein aktiver Spieler zu seiner Homosexualität bekannt und sich geoutet: Anton, Sohn des früheren Starkickers Glenn Hysn vom FC Liverpool, spielt beim Viertligisten Utsiktens BK in Göteborg (Schweden) und ist jetzt international bekannt. Er hat das Tabu und sein Schweigen gebrochen und sagt eindeutig, das ist doch krank [], wo sind all die anderen?“. Er steht allein auf weiter Flur. Lange Zeit spielte er für einen schwedischen Erstligisten, doch nach Verletzungen und seinem Outing geben ihn nur Wenige noch positive Aufstiegschancen. Hysn sagt selbst: Ich bin Fußballer und ich bin schwul. Wenn ich meine Leistung bringe, spielt das aber doch überhaupt keine Rolle, ob ich auf Frauen oder Männer stehe“. Sein Vorreiter Justin Fashanu, der sich 1990 in England outete, beging einige Jahre später unter ungeklärten Umständen Selbstmord. Doch der englische Fußball Bund reagierte und stellte Diskriminierungen und Beleidigungen gegenüber Homosexuellen im Stadion unter Strafe. In den Medien gibt es einige Journalisten, die über anonyme Fußballnationalspieler aus der deutschen und niederländischen National Elf schreiben, die eine Scheinehe führen und das Versteckspiel weiterführen. Jeder für sich ein Einzelkämpfer und keiner stark genug, vor lauter Angst seine Karriere zu ruinieren, zu seiner Sexualität zu stehen.

Der deutsche ehemalige Zweitligist und Mittelfeldspieler Marcus Urban hat lange Jahre nach seiner Karriere als Fußballer den Schritt in die ffentlichkeit gewagt. Die Karriere hat er damals an den Nagel gehängt vor Scham, dass seine Homosexualität ans Tageslicht kommen könnte. Der Druck war zu groß, doch heute spielt er wieder Fußball und zwar beim schwul lesbischen Sportverein Startschuss“! Urban musste sich selbst verleugnen und weiß genau, was es bedeutet, lieber eine Rolle zu spielen als seine Karriere und somit sein bisheriges Leben aufs Spiel zu setzen. Ihm selbst seien drei homosexuelle Profi Fußballer bekannt, die sich allerdings eher als Einzelgänger durchkämpfen, anstatt sich gemeinsam zu stärken und auszutauschen.

Diese homophobe Stimmung wird nicht allein durch die Gesellschaft und Fans geprägt, denn oft tragen Spieler und Trainer selbst zu der Schwulenfeindlichkeit bei. Gerade in jüngster Zeit macht der Manager der deutschen Nationalmannschaft, Oliver Moncler Outlet Bierhoff, mit negativen Schlagzeilen von sich Reden. Seine Worte zu der TV Folge des Tatorts in der ARD, in der es um einen schwulen Fußballer ging, hatten ein großes Medien Echo hervorgerufen. Im Tatort hieß es an einer Stelle: die halbe Nationalmannschaft ist angeblich schwul, einschließlich Trainerstab. Das ist doch schon so eine Art Volkssport, das zu verbreiten“. DFB Präsident Dr. Theo Zwanziger stellt fest, dass durch berspitzung Nachdenken, Toleranz und Respekt entwickelt werden können, und kritisiert lediglich fehlende Sensibilität mit dem Thema im Tatort. Bierhoff kommentierte den Tatort mit ungeschickten Worten: Ich finde es schade und ärgerlich, dass die Prominenz der Nationalelf missbraucht wird, um irgendein Thema zu entwickeln oder einen Scherz zu machen. Dieser Satz im Tatort hatte ja keine inhaltliche Relevanz. Das sehe ich immer auch als einen Angriff auf meine Familie die Familie der Nationalelf. Und das ärgert mich.“ Bierhoff suggeriert, man müsse die Familie der Nationalelf“ vor Homosexualität schützen und trägt (vielleicht) ungewollt zur Etablierung der Homophobie bei. Die eigentliche Kritik des Tatorts an der haltlosen Suche nach Schwulen im Profifußball wurde durch Bierhoff als sinkende moralische Werte interpretiert. Dass er darauf so reagiert und die Familie“ als vermeintlichen Gegensatz zur Homosexualität sieht, empört viele Schwule und Lesben. Und andere Vorkommnisse, dass zum Beispiel auf Anfragen an den Deutschen Fußball Bund zum Thema Randgruppen nicht reagiert wurde, verbessern die Situation der betroffenen Spieler nicht. Gegen Rassismus und für die Akzeptanz von Frauen und Behinderte im Fußball wird mittlerweile viel getan, aber Homosexualität scheint in der Hierarchie der Diskriminierung ganz unten zustehen. Für die Schwulen wird gar nichts getan, das Thema wird tabuisiert und niemand egal ob Verantwortliche des DFB, Trainer, Manager oder Spieler will damit in Berührung kommen.

Fussball ist alles auch schwul!

Eine Dokumentation vom TV Sender Sport1 mit dem Titel Fußball ist alles auch schwul“, verdeutlicht, dass Homosexuelle Teil der Fußballlandschaft sind, sie nur eben nicht sichtbar sind. In jedem Verein und in jeder Nationalmannschaft tragen Schwule und Lesben zur Leistung bei und haben das Recht endlich offen zu sich selbst und ihrer Sexualität zu stehen. So gibt es auch Lichtblicke, denn einige wenige Schwule werden trotz ihrer sexuellen Orientierung akzeptiert und geschätzt. Littmann glaubt an die positive Signalwirkung eines Coming Outs im Profi Parajumpers Long Bear Verkauf Fußball, jedoch schätzt er die Wahrscheinlichkeit als sehr gering ein, da der Druck natürlich sehr hoch sei. Es scheint ein fast endloses Warten zu sein, wobei Homosexualität in der Musik, im Fernsehen oder auch in der Politik völlig normal geworden ist. Einige prominente Profi Fußballer äußern sich allerdings auch Mut machend und positiv zum Thema Outing in der Bundesliga. Jahrzehnte hinter der Entwicklung der Gesellschaft passiert auch etwas im Bereich Fußball. Es scheint ein langsamer Wandel einzusetzen, wie etwa die Aussage von Nationalkeeper Manuel Neuer verdeutlicht: Wer schwul ist sollte sich outen. Da fällt doch eine Last ab“. Auch Bayerns Stürmer und Nationalspieler Mario Gomez zeigt sich zum Thema nachdenklich und reflektiert. Er ruft zum Outing auf und vermutet sogar einen positiven Effekt bezogen auf die Leistung der betroffenen Spieler. Philipp Lahm, der ebenfalls im Internet unter häufigen Verdacht fällt, schwul zu sein, obwohl er Frau und Kind hat, macht klar, dass wenn ein Spieler schwul ist, [] er trotzdem mein Mannschaftskollege“ bleibt und sich nichts an dem Verhältnis ändern würde.

In einer aktuellen Stellungnahme von Marcus Urban im Sportausschuss des Deutschen Bundestages zum Thema Homosexualität im Sport wird die Einrichtung einer Diversity Stelle beim Deutschen Olympischen Sportbund gefordert. Diese Einrichtung soll BilligMoncler Jacke Maßnahmen gegen Homophobie und für die Gleichstellung sexueller Orientierungen entwickeln und umsetzen. So heißt es in der Stellungnahme, dass es um Selbstbestimmung und Freiheit der Sportler geht. Kräfte und Energien für sportliche Leistungen würden blockiert werden durch die innere Eingesperrtheit, das Gefühl sein Selbst nicht ausleben zu können. Dieser Schritt habe einen Mehrwert für den Sport und sei auch eine Canada Goose Jacke Symbolwirkung für Menschen aus allen Bereichen unserer Gesellschaft. Urban fordert breite öffentliche Kampagnen gegen Homophobie, die Etablierung der Gleichstellung sexueller Orientierung als festen Bestandteil in der TrainerInnenausbildung, Sensibilisierung aller Sportverbände und die Thematisierung von Homosexualität in Sportstätten im Leistungs und Breitensportbereich. Positive Entwicklungen und Ideen gibt es auch in anderen Bereichen des Sports, wie zum Beispiel das Pride House bei den Olympischen Winterspielen 2010. Zum ersten Mal in der olympischen Geschichte gab es einen offiziellen Treffpunkt für alle homosexuellen Athleten und Fans. Auch die regelmäßig stattfindenden Gay Games, die Weltspiele der Homosexuellen mit rund 10.000 Teilnehmern, tragen zu mehr Akzeptanz BilligMoncler Sale und der Anerkennung der sportlichen Leistung bei. Um es mit umgangssprachlichen Worten zu sagen: Deutschland sucht seinen schwulen Super Kicker. So kann das Echo, das einem schwulen Fußballer nach seinem Outing blüht, ebenso positiv verlaufen. Der walisische Rugby Spieler Gareth Thomas outete sich vor Kurzem und wird für sein Bekenntnis sogar gefeiert. Diskriminierungen und negative Konsequenzen habe er kaum tragen müssen. Dieses positive Beispiel und Erfolge in anderen Sportarten sollten Vorbild für den Fußball in Deutschland sein und es bleibt zu hoffen, dass nicht wie in England erst ein homosexueller Profi Fußballer Selbstmord begehen muss, damit sich etwas verändert.